Julia
Die ziemlich heruntergekomme Julia (Tilda Swinton) verliert Ihren Job als Immobilienmaklerin,
weil Ihr Chef nicht mehr über Ihr Alkoholproblem und dessen Folgen hinwegsehen mag, obwohl
Sie sämtlichen Therapieversuchen sehr skeptisch gegenübersteht, braucht Sie dringend Geld
und verbündet sich mit einer durchgeknallten Mexikanerin, die sie bei den anonymen Alkoholikern
aufgegabelt hat und die in ihrer Nachtbarschaft wohnt. Dieser soll sie für viel Geld helfen
deren Sohn vom stinkreichen alten Grossvater zu entführen. Als sich herausstellt, dass es gar
kein Geld geben wird, zieht sie es trotzdem durch und hat fortan einen Jungen im Grundschulalter
an der Backe, zu dem sie allerdings nach und nach eine Art Mutterbeziehung aufbaut. Nachdem Sie
versehentlich (sie durchbricht einfach nachts den Grenzzaun mit Ihrem Auto) nach Mexiko durchbrennt
und schon fast das Lösegeld für den Bengel in der Tasche hat, wird er von einer mexikanischen
Gang abermals entführt. Obwohl sie dort unter massivem Schusswaffeneinsatz versucht aufzuräumen,
steht Sie am Ende ohne Geld aber mit dem Jungen da.
Der Film erinnert ein wenig an Kill Bill, die Hauptdastellering ist derart fies geschminkt, dass
man sie sicher in keiner Bar einladen würde und poltert auch sonst gegen alles und jeden, der ihr
zu nahe kommt oder versucht ihre Probleme zu lösen, das ändert sich aber zunehmend, als sie ihre
Aufgabe als Ersatzmutter für den Jungen immer weiter auszufüllen beginnt. Ansonsten setzt die
Dramaturgie auf ziemlich viele Absurditäten und Unwahrscheinlichkeiten, was aber zumindest dazu
führt das der Film kaum Längen hat.
Gesehen im Februar 2008 auf der 58.Berlinale




